Werkstätten

Die Werkstätten Schauspiel, Tanz und Performance

Seit neun Jahren erfüllen sich die unterschiedlichsten Menschen in den Brückenbau-Werkstätten ihren Traum, mit dem Theater auf Tuchfühlung zu gehen, sich selbst und die Mittel des Theaters spielend, tanzend, singend und schreibend zu erforschen. Mit großer Freude und Dankbarkeit öffnen wir im Jubiläumsjahr einmal mehr Türen und Tore zu den Werkstätten Schauspiel, Singen, Performance und Tanz und heißen ALLE herzlich willkommen, die ihre Werkstattreise fortsetzen wollen, ebenso wie alle, die das erste Mal ihren Fuß auf unsere Brücke setzen!

Auch im zehnten Jahr stürzen wir uns mit Haut und Haaren in das Theater-Erleben und entdecken die Grundlagen und Eigenheiten der jeweiligen Kunstformen. In wöchentlicher Kursstruktur arbeiten alle vier Werkstätten an grundlegendem Handwerkszeug und Bühnenpräsenz und geben viel Raum zur Selbsterfahrung. Doch auch das Bühnenelement kommt nicht zu kurz, denn schon in den Werkstätten beginnt die Arbeit am großen Jubiläumsfestakt „Storming the Stage" am 19. Mai 2019 auf der Bühne des Stadttheaters. Aus vergangenen Bürgerbühnenproduktionen sowie aus Performance-Festen lassen wir besondere Choreografien, Szenen, Lieder wiederaufleben und studieren diese neu, manchmal auch etwas verändert ein.

Alle Teilnehmer sind herzlich eingeladen, nach Ende der Werkstätten an unserem Jubiläumsgroßprojekt mitzuwirken. Die Proben dazu finden von März bis Mai 2019 statt. Voraussetzungen für die Teilnahme gibt es keine, außer der Lust, sich auf das Theatererlebnis, auf Neues und auf Begegnung einzulassen sowie die Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme.

Intensiv-Werkstatt Tanz

  • Körper. Freiheit. Bewegung.

    Die Bewegungsfreiheit unseres Körpers im Raum ist ein elementares Bedürfnis und unsere ursprünglichste, primärste Erfahrung von Freiheit. Sie ist tief in uns eingeschrieben. Oft aber erleben wir ein diffuses Gefühl von Unfreiheit, als sei der Weg zu diesem ursprünglichen Impuls versperrt. Kulturelle, gesellschaftliche, biographische und geschlechtsspezifische Prägungen haben sich in die Landkarte unseres Körpers eingeschrieben und formen unser Selbstbild, unsere Wahrnehmung von uns, den anderen und der Welt. Einerseits sind diese Prägungen unser persönlicher Schatz, unsere Visitenkarte, andererseits stellen sie sich uns in den Weg: als Normen, Fremdbilder, Verbote und Tabus, als Widersacher, die einen lebendigen, lustvollen Bewegungs- und Lebensausdruck verhindern.
    Die diesjährige Intensiv-Tanzwerkstatt möchte diesen Einschreibungen und Prägungen individuell wie kollektiv auf die Spur kommen. Entlang der Fragestellungen ... Freiheit wovon? ... Freiheit wozu? ... bewegt sich die persönliche
    Recherche-Arbeit. Ein intensiver Austausch in der Gruppe, über die Werkstattabende hinausgehende Arbeitsgruppen, schriftliche Reflektionen und eine abschließende künstlerische Körper-Bewegungs-Studie sind zentraler Bestandteil dieses Intensiv-Formates. Geplant ist zudem ein mit zusätzlichen Kosten verbundenes Intensiv-Wochenende in einem Seminarhaus.

    Im Jubiläumsjahr hat die Tanzwerkstatt mit gleich zwei Kursen vielen Neueinsteigern die Möglichkeit zur elementaren Bewegungserfahrung geöffnet. Wir bitten um Verständnis, dass wir für das diesjährige Intensiv-Format aufgrund der großen Nachfrage nicht den üblichen Anmeldungsweg, sondern ein Auswahlverfahren wählen. So möchten wir sicherstellen, daß sich Eure Vorstellungen mit den Zielen der diesjährigen Tanzwerkstatt vereinbaren lassen und eine produktiv-engagierte Begegnung zustande kommen kann. Alle InteressentInnen werden daher gebeten
    bis 18. August folgende Fragen schriftlich zu beantworten. Bis Ende August erhaltet Ihr dann Antwort.

    • Warum spricht mich das Thema Körper. Freiheit.Bewegung. an?
    • Was sind meine Motive zur Teilnahme an der diesjährigen Intensiv-Werkstatt?
    • Auf welche Erfahrungen in den bisherigen Tanzwerkstätten möchte ich aufbauen?
    • Kann ich die zusätzliche Zeit für schriftliche Reflektion und den Austausch in Arbeitsgruppen aufbringen?
    • Persönliche Gedanken zum Thema der Intensiv-Tanzwerkstatt: Körper. Freiheit. Bewegung.

    Die Einsendungen bitte direkt entweder via E-Mail an juttaczurda@hotmail.com
    oder postalisch an
    Stadttheater Fürth / Brückenbau
    Jutta Czurda
    Königstr. 116
    90762 Fürth

  • Termine:
    20. / 27. Nov 2019
    4. / 11. Dez 2019
    8. / 15. / 22. / 29. Jan 2020
    5. / 12. / 19. Feb 2020
    4. / 11. / 18. / 25. Mrz 2020
    1. Apr 2020

  • Leitung: Jutta Czurda
    Mittwochs, 19.00 – 21.30 Uhr
    Probenraum, Stadttheater Fürth

  • Höchstteilnehmerzahl: 16 | Kosten: 210,- €

Werkstatt Performance

  • The most important kind of freedom is to be what you really are. (Jim Morrisson)

    Das Thema FREIHEIT birgt viele spannende Facetten und ist ein besonders weites, reiches Feld, auf dem sich die Performance-Werkstatt in der elften Brückenbau-Runde bewegen wird. Thematisch forschend werden wir verschiedene Aspekte rund um die Freiheit beleuchten und ausloten, etwa die Freiheit im Bereich des Persönlichen, Politischen oder Gesellschaftlichen.
    In gemeinsamer Suche und gemeinsamem Austausch werden wir herausfinden, WAS uns bewegt und WIE wir unsere Fundstücke zu authentischen Performance- und Tanztheaterszenen verdichten können. Eine wunderbare Möglichkeit, uns selbst mit den Mitteln des Performativen, die reichlich und spartenübergreifend zur Verfügung stehen, zu erfahren und immer wieder neu herauszufordern. Körper-und Partnerarbeit, die Arbeit an Bühnenpräsenz und Selbstwahrnehmung, elementare tänzerische Arbeit sowie Improvisationen stehen im Mittelpunkt unseres wöchentlichen Arbeitens.
    Nach unserer großen Jubiläumsperformance „Storming the Stage" in der vergangenen Spielzeit sind die Werkstatt-Teilnehmer auch in diesem Jahr eingeladen an einer Bürgerbühnenproduktion teilzunehmen. „Fürther Freiheit 2020", ein Performance-Projekt unter Leitung von Thomas Stang, das im Juli 2020 an verschiedenen Orten in der Stadt sowie im Kulturforum zur Aufführung kommt, bringt erstmalig verschiedene Bürgerbühnen des Hauses, den Jugendclub, das Junge Ensemble und den Brückenbau sowie auch das Ensemble zusammen und verspricht spannende Theaterarbeit.
    In der Werkstatt beginnt die Recherchereise für das Projekt, die Anmeldung dazu ist jedoch kein Muss für die Werkstatt-Teilnahme. Zur Performance-Werkstatt eingeladen
    sind wieder alle, die Lust haben, sich auf ein weites theatrales Experimentierfeld zu begeben und den eigenen kreativen Ausdruck mit verschiedensten künstlerischen
    Mitteln zu erweitern.

  • Termine:
    7. / 14. / 21. / 28. Nov 2019
    5. / 12. Dez 2019
    9. / 16. / 23. / 30. Jan 2019
    6. / 13. / 20. Feb 2020
    5. / 12. / 19. / 26. Mrz 2020
    2. Apr 2020

  • Leitung: Yvonne Swoboda
    Donnerstags, 19.00 - 21.30 Uhr
    Probenraum, Stadttheater Fürth

  • Höchstteilnehmerzahl: 16 | Kosten: 230,- €

Werkstatt Schauspiel

  • "Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein (J.W. v. Goethe)

    74 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges und der Befreiung von der Nazi-Diktatur, 30 Jahre nach Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus in der DDR, können viele vielleicht gar nicht mehr ermessen, was für ein hohes Gut es ist in unserer heutigen Freiheit leben zu dürfen. Frei wählen zu können, nicht nur an der Wahlurne, sondern auch wohin ich reisen möchte, mit wem ich mich treffen und welchen Beruf ich ergreifen möchte, welche Meinung ich vertreten will, ist so selbstverständlich geworden, dass wir wenig Gedanken an die Freiheit verschwenden oder daran, dass
    diese Freiheit auch immer wieder neu errungen werden muss.
    Und was bedeutet im Lichte von Globalisierung aufkommender Nationalstaatlichkeit die viel beschrieene Freiheit in der Kunst? Gibt es sie überhaupt noch? Oder unterliegt sie schon längst dem Zwang des Zeitgeistes, dem Ringen um steigende Zuschauerzahlen, damit Kunst bezahlbar bleiben kann, dem „Run" nach dem ultimativen Skandal, um nur ja aufzufallen? In Deutschland haben wir ein einzigartiges, unschätzbares Finanzierungsmodell der durch den Staat subventionierten Kunst, das es uns immer noch ermöglicht, frei von Zwängen, künstlerische Prozesse in Gang zu setzen, Neues zu wagen, Überholtes zu hinterfragen. Und das gilt es wertzuschätzen, zu erhalten und ja!, auch immer wieder zu verteidigen und sich neu zu erkämpfen. „Was du nicht frei lässt, wird niemals wachsen" schrieb einmal Swami Vivekananda, der indische Urheber der Ramakrishna-Bewegung. In diesem Sinne lasst uns weiter wachsen, an der Kunst, am kreativen Prozess, am Durchdringen dessen, was Schauspiel bedeutet, an der Mehrdeutigkeit und Vielfalt unserer Welt; und lasst uns unsere Freiheit verteidigen, denn wie hat Walther Rathenau einmal geschrieben: „Alle große Kunst der Erde, ja alles große Schaffen ist liebevoll, dämonisch und frei."

  • Termine:
    7. / 14. / 21. Okt 2019
    4. / 11. / 18. / 25. Nov 2019
    2. / 9. Dez 2019
    27. Jan 2020
    3. / 10. / 17. Feb 2020
    2. / 9. / 16. / 23. / 30. Mrz 2020

  • Leitung: Michaela Domes
    Montags, 19.00 – 21.30 Uhr
    Stadttheater Fürth, Probenraum

  • Höchstteilnehmerzahl: 16 | Kosten: 230,- €

NEU! DIE INTENSIV-LABs

  Performance, Singen, Schauspiel und  Zeitgenössischer Tanz

  • Intensiv-Lab/ Performance
    Leitung: Yvonne Swoboda

    28. Sep und 5. / 19. Okt 2020, jeweils 11.00 – 16.00 Uhr,
    Probenraum Stadttheater Fürth
    Höchstteilnehmerzahl: 16 
    Kosten: € 90,-

    Die Freiheit der Sinne – Wahrnehmung und Körperausdruck Die Freiheit des Körpers – Bewegung, Klang und Raum Die Freiheit des Performativen – Improvisation und Performance-Miniaturen. Dem Performativen steht die Freiheit offen, sich nicht den Regeln eines bestimmten Genres oder einer Sparte zu unterwerfen, sondern aus einer Vielfalt an Mitteln wählen und kombinieren zu können. Im Zentrum dabei steht immer der Körper als „Refugium des Authentischen" mit seinem gesamten Sensorium der Wahrnehmung. In verschiedensten Übungen, in Partner – und Einzelarbeit, werden wir „innere" und „äußere" Wahrnehmung ausloten und vertiefen, den Körper in Bewegung und Ausdruck erforschen sowie über spannende thematische Improvisationen kleine Performance-Miniaturen erarbeiten.
  • Intensiv-Lab/ Zeitgenössischer Tanz
    Leitung: Petra Heinl

    7. /14./28. Mrz 2020, jeweils 11.00 – 15.00 Uhr,
    Probenraum Stadttheater Fürth
    Höchstteilnehmerzahl: 16
    Kosten: € 90,-

    Choreografie und Improvisation I-III. An drei aufeinander aufbauenden Samstagen besteht die Möglichkeit für alle Tanzbegeisterten, sich etwas intensiver mit dem Zeitgenössischen Tanz in Form von Exercise-Modulen am Platz und am Boden und kleinen Choreografien auseinander zu setzen. Wir nehmen uns auch die Freiheit, uns in der Improvisation und im Contact allein, zu zweit oder auch in der Gruppe auszuprobieren und zu erforschen. Der Samstagnachmittag endet dann mit einer Entspannungs- und Wahrnehmungsphase, allein oder auch im Partnering. Eingeladen sind alle, die ihre Bewegungs- und Tanzerfahrung vertiefen wollen, eigene Bewegungsqualität entdecken und weiter entwickeln möchten und Freude daran haben, intensiver an einer Bewegungsverbindung zu feilen und sich dann in dieser FREI zu fühlen.
  • Intensiv-Lab/ Singen
    Leitung: Ingeborg Schilffarth
    11. Jan 2020 / 8. Feb 2020 / 21. Mrz 2020, jeweils 11.00 – 16.00 Uhr
    im Chorsaal, St. Michael
    Kosten: jeweils € 30,-

    1. Freiheit – Stimme
    2. Freiheit – Leben
    3. Freiheit – Glauben
    Singen: Die sanfte Freiheit. Im Singen kann man ganz bei sich sein – fokussiert und konzentriert Im Singen kann man ganz von sich sein – losgelöst von sich im Flow Im Singen kann man authentisch sein - weil beide genannten Pole zu ihrem Recht kommen. In den Labs werden wir – je nach Tagesthema – die Freiheit der Stimme herauslocken: Gedichte z.B. von Hilde Domin und Hermann Hesse, Volkslieder, Spirituals und Lieder, u.a. aus dem interreligiösen Liederbuch „Trimum", werden neben stimmlichen Übungen und Experimenten dabei unsere Begleiter sein.
  • Intensiv-Lab/Schauspiel
    Leitung: Michaela Domes
    14. Dez 2019 / 18. Jan 2020 / 22. Feb 2020 jeweils 11.00 – 16.00 Uhr,
    im Probenraum Stadttheater Fürth
    Höchstteilnehmerzahl: 16
    Kosten: € 90,-

    In Freiheit kommen mit dem eigenen Körper – Körperarbeit, die Erforschung des eigenen Instrumentes In diesem Lab wird den Teilnehmenden ein Einblick in den Reichtum individueller Körpersprache gegeben und durch gezieltes Training und abgestimmte Übungen ein Bewusstsein für den eigenen Körper und die damit verbundene Außenwirkung entwickelt. In Freiheit kommen mit der eigenen Stimme – Stimmbildung, Sprache und stimmliche Gestaltungsmöglichkeiten beim Sprechen In diesem Intensiv-Lab stehen drei Säulen der Atem- und Sprechtechnik im Mittelpunkt: • Kräftigung der Stimme im Einklang mit dem richtigen Atmen • Ökonomie beim Stimmeinsatz • Phonetische Regulierung der Sprache In Freiheit kommen mit der eigenen Fantasie – ‚Cold reading' – das Durchdringen von Fremdtexten bei Lesungen und in der Szenenarbeit Über spielerische Übungen und Improvisationen kommen wir in Kontakt mit unseren gestaltenden Kräften und unserer Fantasie. Dadurch finden wir einen persönlichen Ausdruck und können das kreative Element in uns zum Blühen bringen und in Fremdtexten einen Ausdruck verleihen.